Die Zeit zwischen Herbst und Winter bringt für mich immer die Hoffnung auf den ersten Schnee. Diesen Monat, bis auf einen Tag mit ein ganz klein wenig Schneeregen, leider vergebens. Aber das kommt sicher noch ;). Allerdings hat sich gegen Ende des Monats eine kleine Leseflaute bei mir eingeschlichen. Daher habe ich eine der gestellten Herausforderungen nicht geschafft. Mal sehen, ob ich sie im Dezember nachholen kann.

Herausforderungen im November:

Seitenziel: 1.200 / 2.234

1. Ein Buch mit mindestens 400 Seiten - Das Böse in uns

2. Ein Buch aus meinem Lieblingsgenre - Street Magic

3. Einen Selfpublisher lesen - nicht geschafft. Wird im Dezember nachgeholt!


Herausforderung 1: Ließ ein Buch mit mindestens 400 Seiten!

Hier habe ich mich ganz leicht und schnell für den 3. Band der Reihe um Smoky Barrett entschieden. „Das Böse in uns“ von Cody McFadyen!

In diesem Band wird Smoky an einen Tatort gerufen, der eigentlich nicht in ihrem Bereich liegt. Der Befehl kommt von ganz oben und führt mitten aufs Schlachtfeld der Politik. Natürlich fügt sie sich und ihr Team nimmt sich dem Fall an, über den sie absolutes Stillschweigen behalten müssen. Schnell kommt jedoch die Befürchtung auf, dass diese Leiche längst nicht die erste ist, denn in ihrem Körper wird ein silbernes Kreuz mit der Nummer 143 gefunden. Als innerhalb von einem Tag zwei weitere Tote gefunden werden, muss die Polizei mit eingeschaltet werden und alles droht, ihnen über den Kopf zu wachsen. Das schlimmste ist jedoch, dass sie keinen einzigen Hinweis auf den Täter finden. Der jedoch spielt sein eigenes Spiel und veröffentlich im Internet Videos. „Der Prediger“ stellt sich vor und droht, als nächstes ein Kind zu töten, wenn sie ihn nicht aufhalten. Der Wettlauf beginnt… Die Geschichte um Smoky und ihr Team hat mich erstaunlich fest gepackt und der Griff wird definitiv nicht lockerer. Auch dieser Teil ist unglaublich spannend geschrieben und gefällt mir sogar noch besser, weil an den Tatorten nicht jeder Tropfen Blut beschrieben wird (was auch daher kommt, dass der Mörder nicht blutig tötet). Allerdings stößt mir etwas anderes sauer auf. Der Mord, wegen dem Smoky gerufen wird, wurde an einer Trans Frau verübt, also das „klassische Schema“. Positiv dagegen war, dass dadurch eine neue Ebene im Team aufgedeckt wird. Ich konnte einen ganz neuen Blick auf die Charaktere werfen und das hat mir gefallen. Nichtsdestotrotz hat dieser Mord für mich einen Schatten auf die Geschichte geworfen, den ich nicht so leicht abschütteln konnte.

Lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. 3 ⭐️

Herausforderung 2: Ein Buch aus meinem Lieblingsgenre lesen.

Das war wieder eine sehr leichte Aufgabe. Mein Lieblingsgenre ist und bleibt Fantasy, mit all seinen Facetten und Unterkategorien! Auch die Wahl des Buches fiel mir hier leicht. Ich entscheid mich für „Street Magic“, den zweiten Band der High-Fantasy-Reihe von Tamora Pierce.

Auf diesen Teil habe ich mich sehr gefreut, denn mein absoluter Lieblingscharakter steht im Mittelpunkt des Geschehens - Briar Moss! Auch hier sind mehrere Jahre seit den letzten Geschehnissen vergangen und er ist mit seiner Lehrerin Rosethorn weit weg in ein fremdes Land gewandert. Hier holt ihn allerdings sein altes Leben auf der Straße wieder ein, denn in der Stadt wimmelt es von unterschiedlichen Gangs, die sich gegenseitig bekämpfen. Als er ein junges Mädchen entdeckt, das magische Kräfte besitzt, und sie ausbilden will (wobei davon eigentlich keine Rede sein kann, er wehrt sich mit Händen und Füßen), gerät er selbst ins Fadenkreuz. Dieses Buch konnte mir eigentlich nur gefallen, denn wie gesagt, Briar, vor allem in Verbindung mit Rosethorn, ist mein absoluter Lieblingscharakter. Er hat sich zwar etwas verändert, hat dazu gelernt und schafft es inzwischen meistens, sein Temperament zu zügeln, doch das Wesentliche blieb. Aber zu lesen, wie er sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen muss, welche Dinge er dabei erkennt und wie er damit umgeht, hat die ganze Geschichte etwas wundervolles. Und die Interaktionen und Gespräche mit seiner neuen Schülerin haben mich mehr als einmal zum Lachen gebracht.

Wieder ein wunderschöner Teil der Reihe, der mich vollends begeistern konnte! 5 ⭐️

Herausforderung 3: Einen Selfpublisher lesen.

Die Entscheidung ist gefallen, aber ich habe es aufgrund einer kleinen Leseflaute nicht geschafft, noch ein Buch zu lesen. Ich nehme die Aufgabe mit in den Dezember und werde sie nachholen.

Diesen Monat habe ich abseits der Herausforderungen im ständigen Wechsel gelesen. Mal ein Thriller, mal ein Jugendbuch, dann wieder einen Thriller, und dazwischen auch ein Buch, das ich schon seit sehr vielen Jahren einmal lesen wollte!

Das letzte Einhorn und zwei Herzen, Peter S. Beagle

Lange schon wollte ich einmal das Buch lesen, auf dem der Film basiert, den ich seit Kindertagen gerne gucke. Die Geschichte selbst wird vielen bekannt sein, doch trotzdem erwähne ich sie hier noch einmal. Ein Einhorn erkennt, dass es das letzte Einhorn auf der Welt sein könnte und macht sich auf die Suche, nach anderen seiner Art. Auf seiner Reise lauern viele Gefahren, doch auch Freunde, wie der schlechte Zauberer Schmendrick und die grimmig wirkende Molly. Gemeinsam folgen sie der Spur des roten Stiers, der die Einhörner gejagt haben soll, in das Reich König Haggarts. Das Buch war einfach wundervoll. Es wird ausführlicher geschildert, was geschieht und viele Hintergründe eröffneten sich mir, die ich so nie erkannt habe. Dem Schreibstil haftete etwas märchenhaftes, leichtes und doch tiefsinniges an, was perfekt zur Handlung passte. Es war wirklich eine Freude diese Geschichte zu lesen. Und am Ende wartete sogar noch eine Überraschung auf mich. „Zwei Herzen“ ist eine bisher unveröffentlichte Kurzgeschichte, die nach den Ereignissen des Buches spielt. Kurz war ich verwirrt, weil sich Schreibstil und Perspektive doch drastisch von dem unterschieden, was ich vorher Gelsen hatte, doch ich verlor mich auch in dieser kurzen Erzählung. Ein paar nur allzu bekannte Personen durften wieder erscheinen und es war schön zu erfahren, was aus ihnen geworden ist, im Guten, wie im Schlechten.

Wundervolle Erzählung. 4 ⭐️

Mara und der Feuerbringer 2 - Das Todesmal, Tommy Krappweis

Ich hatte mich ja entschlossen, die Reihe weiter zu verfolgen und das war definitiv die richtige Entscheidung. Auf der Spur des Verses von Wagner, der die Macht des Feuerbringers verstärkt, folgt Mara, zusammen mit dem Professor, ihrer Mutter auf ein Seminar über Rückführungen. Und ja, das klingt genauso seltsam, wie es dann auch wird (ich habe herzlich gelacht). Allerdings landet Mara dabei nicht in ihrer Vergangenheit, sondern bei Hel, in der Unterwelt. Diese verpasst ihr das Todesmal, das sich immer weiter ausbreitet und sie töten wird, wenn sie es nicht schafft, innerhalb von neun Tagen etwas zu Loki, ihrem Vater, zu bringen. Kein Problem denkt sie sich, doch der Feuerbringer, erstarkt in seiner Macht, verhindert, dass Mara zu Loki vordringen kann. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, voller Herausforderungen und Rätsel. Schnell ist klar, dass sie Hilfe braucht und wer wäre dafür besser geeignet, als der germanische Gott des Meeres? Dieses Mal hat mich die Geschichte von Anfang an gepackt. Ich wusste inzwischen, was ich zu erwarten hatte und die teils wahnwitzigen Geschehnisse haben mich mehrmals zum Grinsen gebracht. Auch die Veränderung in Maras Verhalten und Einstellung wird hier deutlich. Tollpatschig und verpeilt ist sie zwar noch immer, doch sie wird willensstärker und legt langsam aber sicher ihre Schüchternheit ab. Ich freue mich schon, was mich im letzten Band der Reihe alles an Überraschungen erwarten wird!

Verrückt und lustig! 4 ⭐️

Mara und der Feuerbringer 3 - Götterdämmerung, Tommy Krappweis

Da ich Mara und den Professor über die letzten zwei Bände wirklich lieb gewonnen habe, war es unglaublich schwierig für mich, diesen letzten Band anzufangen. Aber da ich wissen wollte, wie es denn nun zu Ende geht, blieb mir nichts anderes übrig, als das Buch zu lesen. Ich habe mich also ein letztes Mal mit Mara in den Kampf gestürzt und erwartete etliche Katastrophen! Ich wurde nicht enttäuscht. Endlich werden auch die Hintergründe aufgeklärt, warum Mara und was es mit Dr. Riese (xD) auf sich hat. Ein paar dieser Dinge hatte ich mir fast gedacht, aber das meiste hat mich tatsächlich völlig überrumpelt. Sehr gut! Außerdem wird Loki befreit! Darauf habe ich, seit ich ihn kennengelernt habe, hingefiebert! Ich finde ihn wirklich klasse! Aber ob er es ist, durch den die Götterdämmerung beginnt, verrate ich natürlich nicht. Durch ihre Erfahrungen aus den letzten Bänden, ist Mara gewachsen, doch das hält sie trotzdem nicht davon ab, die verrücktesten Dinge zu tun. Ich habe mich wieder köstlich amüsiert und selbst im Angesicht des Weltuntergangs konnte ich noch herzlich lachen. Das Ende hat mich aus mehreren Gründen (die ich hier nicht nennen kann) ein wenig traurig gestimmt und doch war es wundervoll passend. Ein Reihenende, mit dem ich definitiv glücklich und zufrieden bin.

Ein wundervoll passendes Ende! 4 ⭐️

Smoky Barrett 4 - Ausgelöscht, Cody McFadyen

Es beginnt mit einer Hochzeit, eigentlich ein wundervoller Tag. Wäre da nicht der Wagen, der vor auf den Parkplatz brettert, und eine bewusstlose Frau auf dem Parkplatz ablädt. Schnell wird offensichtlich, dass die Frau viele Jahre in Dunkelheit eingesperrt verbracht hat und die Jagd nach dem Täter führt direkt zum Ehemann der Frau. Ein Mann, der seine Frau loswerden wollte, doch wer steckt hinter alldem? Denn sie finden heraus, dass dies längst nicht die erste Frau ist, der das angetan wurde. Dieser Band ist wieder einmal unglaublich spannend. Weniger blutig, dafür grausam auf eine ganz andere Art. Dieser Teil spielt mit Ängsten, was vor allem wirklich deutlich wird, als Smoky selbst in die Fänge des Täters gerät. Mir fiel auf, dass die Diskrepanz zwischen ihren Fällen und dem Privatleben immer größer wird und es ist offensichtlich, dass die Reihe bald vorbei ist. So viel länger kann das nicht weitergehen. Sowohl Privat, als auch im Job, sind auch so viele Veränderungen in Bewegung geraten, da wird noch einiges passieren. Schade fand ich, dass ihr Team dieses Mal sehr blass wirkte. Es gab kaum Momente, bei denen sie sich hervortun konnten und das Wiedersehen mit einem alten bekannten endet schrecklich. Dafür wurden immer wieder Teile der Vergangenheit des Täters eingestreut. Alles in allem finde ich, es ist nicht der stärkste Band der Reihe, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut.

Stärken und Schwächen, 3 ⭐️